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Sucht und Gewalt

Kinder von suchtkranken Eltern sind häufig auch von seelischer und/oder körperlicher Gewalt betroffen.

Körperliche Gewalt in Familien tritt häufig dann auf, wenn die gewalttätige Person Alkohol oder Drogen zu sich genommen hat. Der Einfluss dieser Mittel setzt Hemmschwellen herab - das kann zu aggressivem Verhalten und Übergriffen führen. Die betroffene Person fühlt sich möglicherweise auch schnell angegriffen und provoziert. Sie kann Situationen häufig nicht mehr richtig einordnen und ihr Verhalten nicht mehr gut kontrollieren und wird für sich und andere Menschen unberechenbar.

Selbst wenn Gewalt regelmäßig innerhalb der Familie auftritt, wird das nur selten bei der Polizei angezeigt: Oft schämen sich die Familienmitglieder für die Sucht- und Gewaltproblematik in ihrer Familie oder sie haben Angst vor der Reaktion des gewalttätigen Familienmitglieds. Aus diesemm Grund werden sehr viele Gewalttaten gar nicht erst bekannt und der Schein, dass alles in Ordnung sei, wird gewahrt. Deshalb kann auch von einer hohn Dunkelziffer ausgegangen werden, das bedeutet, dass tatsächlich mehr Menschen betroffen sind, als aus polizeilichen Statistiken hervorgeht.

Familien können nur dann Unterstützung erhalten, wenn über die Familiensituation gesprochen wird und die Familie Hilfe holt und zulässt. Um das Sprechen zu erleichtern gibt es Möglichkeiten, sich zunächst anonym beraten zu lassen.

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Sucht als Folge von Gewalt

Eine Suchterkrankung kann auch eine Folge von Gewalt sein. Viele Menschen, denen seelische oder körperliche Gewalt angetan wurde, suchen Zuflucht in der Wirkung von Drogen oder Alkohol, um ihre belastenden Gefühle, wie z.B. Angst, Scham, Traurigkeit und Unsicherheit zu unterdrücken und nicht mehr spüren zu müssen.

Durch die Einnahme von Drogen oder Alkohol besteht eine große Gefahr, dass die betroffenen Menschen schneller wieder Opfer von Gewalt werden, da sie sich nicht richtig gegen andere wehren können. Darüber hinaus werden die Probleme durch den Griff zur Droge oder zum Alkohol nicht gelöst, sondern verschlimmern sich noch, da sich zum Beispiel eine Suchterkrankung entwickeln kann.

Es ist es wichtig, einen gesunden Weg zu finden, mit Problemen, Ängsten und schlimmen Erlebnissen umzugehen. Deshalb sollten sich Gewaltopfer Hilfe suchen, z.B. bei Sozialarbeiter:innen in Beratungsstellen, bei Psycholog:innen oder Ärzt:innen.

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Trennung der Eltern

Genauso wie dich die Sucht belastet, so belastet die Sucht auch die Beziehung deiner Eltern. Oft sind die Probleme so groß und das Vertrauen zwischen deinen Eltern so gestört, dass eine Trennung oder Scheidung deiner Eltern im Raum steht. Für die Kinder ist diese Lösungsmöglichkeit meist nur sehr schwer zu verstehen und zu akzeptieren. Gefühle von Wut, Trauer, Angst und Hilflosigkeit werden ausgelöst. Dazu ist eine Trennung häufig mit vielen Unsicherheiten und Veränderungen verbunden. So ändert sich zum Beispiel der Wohnort für ein oder mehrere Familienmitglieder und es braucht viel Zeit und Zuversicht, dass sich die Veränderung irgendwann setzt und besser anfühlt. Beratungsstellen oder Psychotherapien können betroffenen Kinder, Jugendlichen und ihren Eltern zur Seite stehen in dieser herausfordernden Zeit.

Es ist weniger Geld zur Verfügung

Dein Vater oder deine Mutter hat aufgrund der Suchterkrankung vielleicht seine Arbeitsstelle verloren. Oder ein Elternteil muss sich um den erkrankten Partner und um den Haushalt und die Erziehung kümmern, gerät in eine Überbelastung und kann deshalb auch nicht mehr so viel arbeiten, wie zuvor. Möglicherweise gerät die Familie dann in eine schwierige finanzielle Situation. Sie hat dann weniger Geld zur Verfügung und ist auf die Unterstützung durch den Staat angewiesen, dessen Pflicht es ist, zu helfen. Trotzdem ist das Geld viel knapper und man muss mit Verzicht und Veränderungen zurecht kommen, weil man sich weniger leisten kann.

Keine Krankheitseinsicht

Eine Sucht führt häufig dazu, dass die Betroffenen selbst nicht merken oder einsehen, dass sie eine Erkrankung entwickelt haben. Das kann unter Anderem an einer Gewöhnung und Abhängigkeit liegen: Wenn Betroffene nicht sehen, dass sie krank sind, dann sehen sie auch keinen Grund aufzuhören und konsumieren weiter ihr Suchtmittel und bleiben abhängig. Dieses Problem führt dazu, dass sich  Betroffene keine Hilfe suchen. Damit leiden Betroffene und die ihm nahestehenden Personen jedoch weiter und die Auswirkungen der Erkrankungen werden größer und der Zustand der Familie verschlechtert sich zunehmend. Wie diese Teufelskreise zu durchbrechen sind, kann zum Beispiel in einer persönlichen Beratung besprochen und entwickelt werden. Es gibt immer Lösungs- und Veränderungsmöglichkeiten.

Vorurteile und Unwissenheit

Da viele Menschen nicht wissen, was eine Suchterkrankung genau ist, denken (und reden) sie manchmal auch negativ darüber und verbreiten Vorurteile. In der Folge meiden manche Menschen das Thema und nehmen Abstand. Betroffene ziehen sich zurück und holen sich keine Hilfe. Wer informiert ist, kann Vorurteilen Wissen entgegen setzen, Ängste und Unsicherheiten können sich lösen. In einer persönlichen Beratung können Fragen auch in einem Gespräch geklärt werden.

Das Familiengeheimnis

Über die Situation zu Hause können viele betroffene Kinder und Jugendliche nicht offen reden, da das Familiengeheimnis bewahrt werden soll und niemand außerhalb der Familie etwas mitbekommen darf. Die Scham und die Angst vor Ablehnung ist in der Regel sehr groß. Das Wissen um eine große Zahl anderer betroffener Familien und die Möglichkeit zunächst anonym über die Situation sprechen zu können, ermöglicht es, den unangenehmen Gedanken und Gefühlen Platz zum machen, ohne das Geheimnis gleich lüften zu müssen.

Psychische Erkrankungen

Es gibt einige Kinder und Jugendliche, die die Situation zu Hause so stark belastet, dass sie psychisch krank werden. Manchmal ist die Belastung so groß und anhaltend, dass selbstverletzendes Verhalten entsteht oder suizidale (lebensmüde) Gedanken aufkommen.

Durch selbstverletzendes Verhalten versuchen die Betroffenen, die hohen emotionalen Belastungen und Gefühle, wie Wut, Angst, Trauer, Frustration oder Hilflosigkeit, abzubauen. Die körperlichen Schmerzen überdecken die seelischen Qualen und die emotionale Leere, die diese Kinder und Jugendlichen spüren.

Manche Kinder und Jugendlichen sind durch die familiäre Situation sogar so stark belastet, dass für sie ein Selbstmord der einzige Ausweg zu sein scheint. Das Leben ist für sie so nicht mehr auszuhalten und sie wollen einen Hilferuf aussenden, der auf die eigene, schwierige und ausweglos scheinende Situation hinweist.

Weitere psychische Erkrankungen können sich in suchtbelasteten Familien entwickeln, wenn die Situation nicht bearbeitet wird.

Falls eine ähnliche Beschreibung auch auf dich zutrifft, ist es ganz wichtig, dass du dir Hilfe suchst! Wir können auch gemeinsam schauen, was hilft: Schreib uns in der Online-Beratung. Wir sind für dich da!

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