FOLGEN VON SEXUELLEM MISSBRAUCH

Folgen von sexuellem Missbrauch

Sexuellen Missbrauch zu erleben oder erlebt zu haben, vor allem in der Familie, hinterlässt tiefe seelische Narben. Menschen, die sexuellen Missbrauch erfahren haben, fühlen sich oft verachtet und nicht liebenswert. Ebenso fühlen sie sich zerrissen und wissen nicht, wem sie glauben können und welchen Gefühlen sie vertrauen sollen. Viele fühlen sich auch schuldig für das, was ihnen angetan wurde und schämen sich dafür.

Die Reaktion von Menschen auf schlimme Erfahrungen kann sehr unterschiedlich sein und die Folgen sind oft schwerwiegend: Manche ziehen sich aufgrund des auferlegten Geheimhaltungsgebots zurück, aus Angst vor den Konsequenzen, wenn es bekannt wird. Andere geben sich eine Mitschuld oder sind leicht reizbar, reagieren schnell aggressiv und rasten ohne ersichtlichen Grund aus. Nicht selten richten Betroffene ihre Aggression auch gegen sich selbst, indem sie sich selbst verletzen oder sich nichts Schönes mehr gönnen. Die körperliche und seelische Gewalt, die zu Hause oder anderswo erfahren wird, führt nicht selten dazu, dass der Betroffene sich schlecht auf Alltägliches konzentrieren kann. Die Schule, die Freizeit und auch Freundschaften werden häufig vernachlässigt.

Viele Menschen versuchen zu verdrängen, was sie erlebt haben. Um nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, reden sie nicht darüber, was ihnen passiert ist. Sie versinken in Gedanken und Tagträumen, wobei viele Kinder auch in eine eigene Fantasiewelt flüchten. Dies kann so weit gehen, dass sie sich an manche Dinge nicht mehr bewusst erinnern können.

Schlimme Erlebnisse können jedoch nicht einfach vergessen werden und lassen den Betroffenen oft noch lange an den Folgen leiden. Es kann zu schweren psychischen Erkrankungen kommen, wie z.B. Angstzuständen, Despressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Besonders Kinder sind dem Risiko traumatischer Verletzungen ausgesetzt, da sie noch keine feste Identität haben und es ihnen oftmals noch an geeigneten Bewältigungsstrategien fehlt. Erinnerungen an die Gewalterfahrungen werden zwar ausgeblendet, aber dafür werden andere Situationen, die in irgendeiner Weise an den sexuellen Missbrauch erinnern (Trigger), als Wiederholung erlebt. So können bestimmte Geräusche, Gegenstände oder Gerüche immer wieder Panik- oder Angstgefühle auslösen.

Wenn der Missbrauch aufhört, sind die Folgen des Traumas oft noch lange nicht vorbei. In den Medien wird häufig nur über die Taten an sich berichtet, weniger über die Hilfsangebote für die Betroffenen. Dies kann fälschlicherweise den Anschein erwecken, das Opfer von sexuellem Missbrauch alleine mit ihrem Schmerz sein müssen. Das stimmt so nicht! Zusammen mit professionellen Helferinnen und Helfern werden für Betroffene Wege gefunden, um das Erlebte zu bewältigen und zukünftig glücklichere und angstfreiere Zeiten zu erleben.

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