WAS DU TUN KANNST

Was du tun kannst

Häufig wehren sich Betroffene von sexuellem Missbrauch nicht, aus Schamgefühl und Angst vor der Reaktion des Täters. Vor allem wenn sexueller Missbrauch in der Familie auftritt, fällt es den Betroffenen besonders schwer, sich zu wehren. Aber es ist wichtig, dass du etwas unternimmst, um dich selbst zu schützen! Es ist nicht immer leicht, sich an jemanden zu wenden, wenn man Sorgen oder Probleme hat.

Im Folgenden findest du zehn Punkte, die dir vielleicht helfen können, besser mit der Situation umzugehen:

Mach dir einen Notfallplan!

Es ist wichtig, dass du im Notfall immer weißt, wen du anrufen kannst. Überlege dir, wem du vertraust, wer dir im Notfall weiterhelfen kann, und lerne die Telefonnummer dieser Person auswendig. Das kann zum Beispiel deine Oma sein, eine nette Nachbarin oder dein/e beste/r Freund/in. Auf jeden Fall sollte es jemand sein, zu dem du immer hingehen kannst. Bei akuter Bedrohung kannst du natürlich auch jederzeit die Polizei rufen (Tel.: 110).

Vertraue auf jeden Fall deinem Gefühl! Wenn du merkst, dass es brenzlig wird, dann hol dir Hilfe und bring dich in Sicherheit!

Sag NEIN, denn du darfst selbst entscheiden!

Du darfst selbst entscheiden, welche Bemerkungen angemessen oder unangemessen sind, welche Kontaktanfragen du annimmst und mit welchen Personen du z.B. kuscheln möchtest, wer dich anfassen darf und ob du jemanden z.B. küssen möchtest. Sag klar und deutlich NEIN, wenn sich für dich Berührungen nicht gut anfühlen und deine Grenzen überschritten werden. Du kannst das auch üben, indem du beide Hände in Abwehrhaltung von dir wegstreckst und laut NEIN sagst.

Du kennst dich aus mit deinen Gefühlen!

Nur du kannst spüren, ob du ein angenehmes Gefühl hast oder nicht. Du solltest hierbei immer deinem Bauchgefühl vertrauen. Es sagt dir, wenn sich etwas komisch, peinlich oder eklig anfühlt, wenn dir eine Person unangenehm wird. Ein unangenehmes Gefühl kann schon durch Worte oder zufällige Berührungen entstehen. Genauso sagt es dir, was du für schön und richtig empfindest. Versuche deiner inneren Stimme zu vertrauen und diese ernst zu nehmen!

Such dir Verbündete!

Aus Scham oder Angst behalten viele Betroffene ihre Erlebnisse für sich. Doch es kann sehr hilfreich sein, sich jemandem anzuvertrauen, um das loszuwerden, was einen so sehr beschäftigt und belastet. Merke dir: Du darfst schlechte Geheimnisse erzählen! Wenn es z.B. keiner aus deiner Familie ist, dem du von deinen Sorgen und Ängsten erzählen möchtest, dann gibt es vielleicht einen guten Freund oder eine Freundin. Vielleicht aber auch jemand aus deiner Nachbarschaft oder einen Lehrer oder eine Lehrerin.

Auch wenn es schwierig ist, überwinde dich! Denn niemand hat das Recht, dir gegenüber sexuell übergriffig zu werden!

Hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst!

Auch in deiner Umgebung gibt es Fachstellen (Kinder- und Jugendberatungsstellen, Jugendamt, Familienberatungsstellen), in denen Fachleute arbeiten, mit denen man gut sprechen kann und die dir helfen wollen. Du könntest auch in Begleitung einer Vertrauensperson zu einer solchen Fachstelle gehen, vielleicht gibt dir das mehr Sicherheit. Beratungsstellen bei dir vor Ort findest Du bei uns unter: Hilfe vor Ort

Falls du nicht direkt mit jemandem reden möchtest, dann schreib uns in der Online-Beratung oder schau doch mal auf unserer Pinnwand vorbei. Hier können sich alle unterhalten, und manchmal bekommt man ein paar gute Tipps von Gleichaltrigen, die vielleicht sogar das gleiche Problem zu Hause haben.

Es ist wichtig, dass du dir Hilfe suchst, wenn dich Dinge belasten. Hör dabei auf deine Gefühle und sprich mit Leuten, denen du vertraust!

Dein Körper gehört dir!

Es ist wichtig, dass du verinnerlichst, dass nur du allein über deinen Körper bestimmen darfst. Es ist nicht in Ordnung, wenn jemand anzügliche Bemerkungen über dein Aussehen oder deinen Körper macht, dich einfach ungefragt anfasst oder von dir angefasst werden will.

Du weißt Bescheid!

Niemand darf eine andere Person ungefragt an ihren Geschlechtsteilen anfassen. Bei Mädchen und Frauen sind das die Brüste, die Scheide und der Po. Bei Jungen sind es der Penis und der Po. Erwachsene oder Jugendliche dürfen auch keine Sexbilder oder Sexfilme mit Kindern anschauen.

Gib die Hoffnung nicht auf!

Vielleicht denkst du, bei mir ist alles nicht so schlimm oder noch viel schlimmer. Egal, in welcher Weise du dich angesprochen fühlst, hol dir Hilfe und sei nicht allein mit deinen Gefühlen. Gefühle und Ängste sind sehr subjektiv und werden von jedem Menschen anders wahrgenommen. Wichtig ist, sich selbst ernst zu nehmen, die Hoffnung auf Hilfe und Veränderung der Situation nicht aufzugeben und Unterstützung von anderen anzunehmen.

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