AUCH DAS NOCH!

Auch das noch!

Das Familiengeheimnis

Finden sexuelle Übergriffe zu Hause statt, dürfen die Betroffenen meistens über die Situation zu Hause nicht reden, und es entsteht ein Familiengeheimnis. Wichtig ist aber, dass man mit Menschen, denen man vertraut, auch ein solches Familiengeheimnis bespricht.

Versucht jemand dir Angst zu machen, damit du das Geschehene für dich behältst? Werden dir schlimme Geschichten erzählt, die passieren, wenn du mit jemandem reden solltest? Du musst nichts verheimlichen, was dich belastet oder dir Angst macht. Niemand hat das Recht dir zu drohen, dich zu erpressen und dir Angst zu machen.

Sexueller Missbrauch und körperliche Gewalt

Oft wird ein Kind auch durch die Androhung oder Ausübung körperlicher Gewalt dazu gebracht, die sexuellen Übergriffe für sich zu behalten. So kann es passieren, dass die Kinder nicht nur die seelischen Verletzungen davontragen, sondern zudem noch körperliche Schmerzen ertragen müssen. Dazu zählen z.B. Schläge und Tritte und/oder die Androhung von Strafen, wenn die Betroffenen sich wehren.

Das Schweigen

Mädchen und Jungen, die sexuell missbraucht wurden, schweigen oft aus Schuld- und Schamgefühl. Geben sie beispielsweise in Chats persönliche oder freizügige Bilder von sich preis, steigern sich diese Schuldgefühle, da sie selbst die Nähe gesucht haben. Oder aber sie geben sich die Schuld, weil sie nie ausdrücklich „Nein“ gesagt haben.

Oftmals schweigt auch das nahe Umfeld von Betroffenen, die sexuell missbraucht werden. Familienangehörige, Nachbarn, Freunde der Familie oder Lehrkräfte schauen einfach weg oder glauben einem erst gar nicht, wenn man sich ihnen anvertraut. Im schlimmsten Fall geben sie einem sogar die Mitschuld. Das liegt oft daran, dass das Thema „sexueller Missbrauch“ immer noch mit viel Scham verbunden ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es spezielle Fachstellen wie uns. Wir nehmen jede Andeutung ernst und helfen allen Betroffenen!

Es ist wichtig, nicht wegzuschauen und für sich oder andere Hilfe zu holen! Merke dir, du hast keine Schuld!

Sexuelle Übergriffe durch andere Kinder

Vielleicht hast du auch schon mal von den sogenannten Doktorspielen gehört, die Kinder aus Neugier tun. Mädchen und Jungen entdecken so ihre Körper. Es handelt sich hierbei um die kindliche Sexualität. Dabei sind jedoch bestimmte Regeln zu beachten: alles muss freiwillig passieren und keiner wird gezwungen, jedes Kind bestimmt für sich selbst, was und mit wem es spielt, dabei sind alle Kinder ungefähr gleich alt. Wichtig ist zudem, dass keinem Kind etwas in Nase, Ohr, Mund, Po, Scheide oder Penis gesteckt wird. Alle beteiligten Kinder dürfen jederzeit Nein sagen.

Auch in Sportvereinen kommt es vor, dass Kinder von anderen Kindern sexuell belästigt werden. Zum Beispiel dann, wenn ein Kind einem anderen Kind die Turnhose runterzieht oder es zwingt, sich gegen seinen Willen auszuziehen.

Falls du so etwas schon mal beobachtet hast oder sogar selbst erlebt hast, solltest du dich jemandem anvertrauen.

Mädchen und Jungen mit Beeinträchtigung

Eine erhöhte Gefährdung von sexuellen Übergriffen haben Mädchen und Jungen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Sie sind besonders auf Hilfe und Unterstützung von anderen angewiesen. Oftmals fällt es Ihnen schwer, sich aufgrund ihrer Beeinträchtigung mitteilen zu können, wenn ihnen sexuelle Gewalt wiederfährt. Gleichzeitig müssen sie oft noch lernen, einen angemessenen Umgang mit Nähe und Distanz zu entwickeln und die Grenzen anderer wahrzunehmen.

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