DIE AKTUELLE SITUATION

Alles ist anders

Als die Schulen am 16. März für die „Corona-Ferien“ geschlossen wurden, hattest du sicher eine gute Vorstellung davon, wie du die freie Zeit nutzen wolltest. Kein frühes Aufstehen, keine Leistungskontrollen und keine langweiligen Unterrichtsstunden mehr. Stattdessen tun und lassen, was man möchte. Doch die soziale Isolation, in der wir uns aufgrund der Corona-Pandemie alle gemeinsam befinden, bringt ganz neue Herausforderungen mit sich als unser Alltag. Um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, sollen wir alle Zuhause bleiben. Den Hashtag #stayathome kennst du bestimmt schon aus den sozialen Medien. Das bedeutet, die Wohnung möglichst nur dann zu verlassen, wenn es notwendig ist: zum Einkaufen, um zum Arzt zu gehen oder um bei einem Spaziergang frische Luft zu schnappen. Aber auch hier sollte man auf den nötigen Abstand zu anderen achten und sich höchstens zu zweit treffen.

Obwohl diese Vorgaben zur sozialen Isolation sinnvoll sind, ist es für alle schwer, sie einzuhalten. Anfangs hast du es vielleicht sogar genossen, den ganzen Tag Zuhause zu sein und ohne schlechtes Gewissen Serien zu schauen oder zu zocken. Doch das, was sonst so verlockend klingt und Spaß bereitet, wird irgendwann ziemlich langweilig. Plötzlich ziehen sich die Tage wie Kaugummi. Dazu kommt, dass nicht nur du Zuhause bist, sondern deine ganze Familie. Einfach mal rauszugehen, sich in der Frühlingssonne mit den Freunden zu treffen oder durch die Stadt zu bummeln, klingt plötzlich sehr verlockend. Wir möchten dir ein paar Tipps geben, wie du die kommende Zeit möglichst gut meisterst.

Angst vor der Ungewissheit

Bei den meisten (unangenehmen) Dingen weiß man ziemlich genau, wie lange sie dauern. Noch 37 Minuten Matheunterricht oder noch zwei Tage bis die beste Freundin aus dem Urlaub zurück ist. Die Unsicherheit darüber, wann jetzt endlich alles wieder normal wird, verstärkt das Gefühl von Einsamkeit und Unruhe, da einfach kein Ende in Sicht ist.

Stress Zuhause?

Diese Unruhe verspürst nicht nur du, sondern deine ganze Familie. Wenn plötzlich alle die gesamte Zeit miteinander verbringen, ist Stress vorprogrammiert. Dazu kommen finanzielle Sorgen und Angst darüber, wie es weitergeht. Dieser Druck sammelt sich wie in einem Dampfkessel. Es ist daher wichtig für euch alle, Druck rauszulassen. Ohne die Möglichkeit, sich bei Freunden zurückzuziehen, gar nicht so einfach. Wir haben ein paar Vorschläge gesammelt, wie ihr die Situation entschärfen könnt:

  • Sprecht über eure Gefühle

Die soziale Isolation ist für euch alle eine neue Situation. Jedes Familienmitglied hat ganz eigene Sorgen und Ängste. Diese können ganz anders als deine eigenen sein. Um einander besser zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, was dem andern Bauchschmerz bereitet und was ihm oder ihr helfen würde. Auch wenn es sich vielleicht erstmal komisch anfühlt: Sprich deine Gefühle laut aus. Sag, was du dir wünschst und was du brauchst! So können dir andere leichter helfen.

  • Schafft Rückzugsmöglichkeiten

Die unterschiedlichen Bedürfnisse nach Rückzug auf der einen und Gesellschaft auf der anderen Seite sind in einer Wohnung nicht leicht unter einen Hut zu bringen. Redet mit euren Eltern und Geschwistern! So findet ihr heraus, wer gerade mal ein paar ruhige Minuten für sich braucht und wer gerade Gesellschaft benötigt. Wenn nicht jeder von euch ein eigenes Zimmer hat, dann legt einen Rückzugsort fest. Das kann ein gemeinsamer Raum sein, den man dann allein nutzen darf - ohne, dass jemand ständig reinkommt. Eine andere Möglichkeit ist es, rauszugehen an die frische Luft - entweder mit der ganzen Familie oder allein. Beides bringt euch auf neue Gedanken und hilft, Energie abzubauen.

  • Hol dir Hilfe

Auch in der momentanen Situation habt ihr die Möglichkeit, euch Hilfe zu holen. Wenn du das Gefühl hast, dass der Stress Zuhause nicht mehr auszuhalten ist oder es sogar zu Gewalt kommt, bist du nicht allein! Auf unserer Website findest du eine kostenlose Online-Beratung, in der du jederzeit unseren Berater*innen schreiben kannst. Wir antworten dir so schnell wie möglich! Wir vermitteln dich bei Bedarf auch an Hilfe- und Beratungseinrichtungen bei dir vor Ort weiter. Falls du jemanden zum Reden brauchst, kannst du das Kinder- und Jugendtelefon anrufen. Es ist von Montag bis Samstag von 14.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Nummer 0800/111 0 333 oder 116 111 erreichbar. Die Anrufe sind kostenlos, egal mit welchem Telefon du anrufst! Für den Fall, dass du Angst in deiner Familie bekommst, kannst du unter der Notrufnummer 0221 / 221-99999 das Jugendamt in Köln jederzeit erreichen. Wenn du aus einer anderen Stadt kommst, kannst du die Nummer über das Internet herausfinden oder du schreibst uns in der Online-Beratung und wir suchen die passende Notrufnummer heraus.

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