Warum nimmt jemand Drogen/Alkohol?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen zu Alkohol oder Drogen greifen: Alltagsstress, Leistungs- oder Erwartungsdruck oder auch ein schlimmes Erlebnis aus der Vergangenheit. Egal was es ist, Drogen und Alkohol betäuben die damit verbundene Angst im Alltag und bringen die Suchtkranken oft in einen Teufelskreis aus körperlicher und seelischer Abhängigkeit, der die ursprünglichen Probleme häufig noch schlimmer macht.

Wenn alltäglicher Druck nicht mehr auszuhalten ist:

Jeder Mensch muss oft Ärger und Stress aushalten – in der Schule, auf der Arbeit, in der eigenen Familie oder im Freundeskreis. Im Alltag steht man oft unter dem Druck, etwas gut machen zu müssen oder man hat das Gefühl, dass gewisse Dinge von einem erwartet werden: Egal ob in der Schule, bei der Arbeit, bei Verwandten oder auch im Freundeskreis. Jeder von uns hat schon einmal erfahren, dass einen das manchmal verzweifeln lässt. Kein Mensch kann immer perfekt sein und die Erwartungen der anderen sind manchmal einfach nicht zu erfüllen. Es ist eine völlig menschliche Reaktion, dass einem manchmal alles über den Kopf wächst und man am liebsten aus dem Alltag ausbrechen möchte.
Trotzdem gehört viel Mut dazu, dies anderen gegenüber auch einzugestehen und sich nicht dafür zu schämen, einmal etwas nicht zu können. Viele versuchen den Alltagsstress zu bewältigen, indem sie sich einen Ausgleich suchen: Sport treiben, sich Zeit für sich nehmen oder mal etwas ganz anderes mit Freunden unternehmen. Manche Menschen empfinden den Alltagsdruck aber als so groß, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, außer sich zu betäuben, sei es mit Alkohol oder Drogen.

Schlimme Erlebnisse:

Manchmal ist es aber auch einfach schwer mit dem klarzukommen, was man erlebt hat. Eine scheinbar einfache Art mit Problemen klarzukommen ist es, sie zu verdrängen, aber das, was uns belastet kommt früher oder später doch wieder hoch und lässt alles wieder von vorne beginnen. Es kann befreiend sein, auszusprechen, was einen beschäftigt. Manchmal fällt es auch leichter, gemeinsam eine Lösung oder eine Umgehensweise mit dem Problem zu finden.
Man muss nicht mit allem klarkommen und es gibt Erlebnisse, die so schlimm sind, dass man alleine keinen Ausweg finden kann. Manche Menschen haben gelernt, dass es hilft, sich Rat und Hilfe bei anderen zu suchen: Bei Freunden, der Familie oder auch bei Beratungsstellen die diese Hilfe anbieten.
Doch es gibt auch Menschen, die keinen Weg finden sich jemandem anzuvertrauen. Das kann viele Gründe haben: Misstrauen, Scham oder die Angst, andere könnten das Problem nicht ernst nehmen. Sie haben vielleicht auch einfach noch nie die Erfahrung gemacht, dass es hilft auszusprechen, was einem durch den Kopf geht. Mit der Flucht in die Drogen suchen sie eine Entlastung. Die schnelle Wirkung verlockt und lässt die Probleme für kurze Zeit vergessen. Diese Art von Verdrängung ist jedoch nicht von langer Dauer und verschlimmert die Situation noch dazu.