WARUM WIRD JEMAND SÜCHTIG?

Warum wird jemand süchtig?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen zu Alkohol oder Drogen greifen und verschiedene Faktoren, die bei der Entstehung einer Sucht zusammenspielen. Man kann biologische, psychologische und soziale Faktoren unterscheiden.

Biologische Faktoren:

  • Körperliche Gewöhnung: nach einer bestimmten Zeit gewöhnt sich der Körper an die Substanz und die Person muss eine höhere Menge konsumieren, um die gleiche Wirkung zu erreichen.
  • Erbliche Vorbelastung: da sich in einigen wissenschaftlichen Studien mit Zwillingen und Adoptivkindern gezeigt hat, dass Kinder von suchtkranken Eltern häufiger als andere Kinder selber suchtkrank werden, wird vermutet, dass es auch eine erbliche Veranlagung für die Entstehung einer Sucht gibt.

Psychologische Faktoren:

  • Belohnungseffekt: Suchtmittel führen dazu, dass im Gehirn Botenstoffe ausgeschüttet werden, die Wohlbefinden auslösen. Der Süchtige fühlt sich also nach der Einnahme der Suchtmittel besser und möchte dieses positive Gefühl möglichst aufrecht erhalten. Man kann auch sagen, dass er durch den Konsum von seinem Gehirn „belohnt“ wird.
  • Konditionierung: Ehemals neutrale Situationen, wie beispielsweise das Abendessen, Fernsehen, Beendigung der Arbeit, werden mit dem Konsum verbunden und lösen dann ein unbewusstes Verlangen nach dem Suchtmittel aus, sobald die Person in diese Situation gerät.

Soziale Faktoren:

  • Familiäre Situation: auch die familiäre Situation, in der ein Kind aufwächst, kann dazu beitragen, dass sich eine Suchterkrankung entwickelt. Da sich Kinder häufig in ihren Reaktionen an den Verhaltensweisen der Eltern orientieren, kann es ein, dass sie, wenn sie in einer Umgebung in der Alkohol- und/oder Drogenkonsum zum Alltag dazu gehören, später zu ähnlichen Verhaltensweisen und Konfliktlösungsstrategien greifen. Auch mangelnde Fürsorge, Gewalt- und Missbrauchserfahrungen können dazu führen, dass man süchtig wird. Das Suchtmittel hilft dabei, das Erlebte zu verdrängen.
  • Gesellschaftliche Einflüsse: Beim Erstgebrauch und fortgesetzten Suchtmittelkonsums spielt die Verfügbarkeit des Suchtmittels eine große Rolle. Alkohol erhält man beispielsweise in jedem Supermarkt zu günstigen Preisen. Illegale Drogen, wie beispielsweise Heroin, sind in der Stadt viel einfacher zu bekommen, als auf dem Land.
  • Peer-Group als Risikofaktor: Wenn im unmittelbaren Freundeskreis Zigaretten, Alkohol und/ oder Drogen konsumiert werden, kann dies oft der Einstieg in eine Sucht sein. Fehlende Anerkennung, fehlende Beliebtheit und eigene Unsicherheit werden versucht, mit dem Suchtmittel zu überspielen.

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