Mit offenen Augen
Franky wächst als privilegierte Tochter des berühmten Sportkommentators Reid Pierson in Seattle auf. Alles im Leben der Piersons ist spektakulär: Vom großspurigen Lebensstil im postmodernen Designer-Haus über die teuren Privatschulen der drei Kinder bis hin zu den Ferien in den protzigen Strandhäusern der reichen Freunde. Doch der Schein der Familienidylle trügt. Immer deutlicher werden die Anzeichen in Frankys Erzählung, dass die Familie unweigerlich in eine Tragödie stürzen wird. Reid Pierson stellt sich als kontrollsüchtiger Despot heraus, der Kinder und Ehefrau auf brutale Weise „diszipliniert“, sobald sie sich einen Fehltritt leisten.
Um mit der Situation fertig zu werden, erfindet Franky ein Alter ego, „Freaky Green Eyes“, die den mutigen und scharfsinnigen Gegenpart zur ansonsten eher schüchternen Erzählerin darstellt. „Freaky Green Eyes“ erkennt schnell, dass Reid Pierson die Trennung von seiner Frau dazu benutzt, die Kinder emotional zu manipulieren, um sie auf seine Seite zu ziehen, während Franky dies nicht wahrhaben will. Erst als sich die Ereignisse dramatisch zuspitzen, erkennt sie, dass sie ihren Vater nicht länger vergöttern darf. Sie begibt sich auf eine schmerzhafte Suche nach der Wahrheit, deren Ende für sie den endgültigen Abschied von ihrer Kindheit bedeutet.
Ein überzeugend geschriebener Roman über die Zerstörungsmacht männlicher Gewalt und das Zerbrechen einer Familie.
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