Selbstschutz
Häufig wehren sich Gewaltopfer nicht - weil sie Angst vor der Reaktion des Gewalttäters haben und nicht wissen, was passieren wird. Vor allem wenn Gewalt in der Familie auftritt, ist es besonders schwer, eine Möglichkeit zu finden, wie man sich wehren kann. Aber es ist wichtig, dass du etwas unternimmst, um dich selbst zu schützen! Suche dir Unterstützung bei jemandem, dem du vertraust, z.B. bei einem Freund oder einer Freundin. Wenn dir niemand aus deinem Freundeskreis einfällt, dann überlege, ob es vielleicht jemanden in deiner Verwandtschaft gibt, dem du vertraust. Vielleicht gibt es auch einen Lehrer oder eine Lehrerin, bei dem oder der du dir vorstellen kannst, darüber zu reden. Überlegt zusammen, wie du dich sicherer fühlen kannst und was du im Notfall tun kannst, um dich zu schützen! Du kannst Dir z.B. eine Liste anlegen, in welche du wichtige Notfall-Nummern und Telefonnummern von Leuten aus deinem Umfeld notierst, an die du dich wenden kannst. Trage die Liste für den Notfall immer bei dir.
KidKit Tipps:
- Niemand hat das Recht, dir körperliche oder seelische Gewalt anzutun!
- Sag „Nein“! Wehr dich gegen die Dinge, die dir angetan werden! Das musst du nicht alleine tun! Suche dir jemanden, der dir dabei hilft! Das hat nichts mit Schwäche zu tun, im Gegenteil, es ist mutig, sich Hilfe zu holen, wenn man sie braucht!
- Vertraue dir selbst! Du merkst selbst am besten, wenn es dir nicht gut geht! Und wenn dir dein Gefühl sagt, dass sich etwas ändern muss, dann unternimm etwas!
- Du darfst über das sprechen, was dich belastet! Ganz gleich, was man dir auch dazu sagt, es ist dein gutes Recht, dir Hilfe zu holen, wenn du sie brauchst.
- Wenn du von deinen Eltern enttäuscht bist, weil sie wenig Zeit mit dir verbringen, dann sprich mit Ihnen darüber. Vielleicht wissen deine Eltern gar nicht, wie sehr sie dich mit ihrem Verhalten verletzten und wie enttäuscht du von ihnen bist.
- Versuche dich der Gewaltsituation zu entziehen! Wenn du merkst, dass zuhause gespannte oder aggressive Stimmung herrscht, dann versuche dem zu entkommen, indem du auf dein Zimmer gehst oder das Haus verlässt. Überlege, zu wem du in einer solchen Situation gehen kannst.
- Niemand darf dir körperlich zu nahe treten oder dich gar sexuell belästigen. Egal ob derjenige versucht, dich zu überreden, dich erpresst oder ob er dich zwingt. Es ist verboten und strafbar, dich körperlich oder seelisch zu belästigen!
- Es ist wichtig, dass du im Notfall immer weißt, wen du anrufen kannst. Überlege dir, wem du vertraust, wer dir im Notfall weiterhelfen kann und lerne die Telefonnummer dieser Person auswendig. Bei akuter Bedrohung kannst du natürlich auch jederzeit die Polizei rufen (Tel.: 110).
- Wenn du nicht mehr weiter weißt und dir Hilfe bei einer Beratungsstelle oder beim Jugendamt holen möchtest, dann geh nach Möglichkeit nicht alleine dorthin. Überlege, wer dich aus deinem Freundeskreis begleiten kann! Das wird dir Sicherheit geben!
- Jeder Schritt, den du unternimmst, ist ein Erfolg, erscheint er auch noch so klein. Wenn dir jemand nicht glaubt, was du ihm erzählst, dann ist das ganz bestimmt nicht dein Fehler! Lass Dich in dieser Situation nicht entmutigen, sondern suche dir eine andere Vertrauensperson!

